Das leise Feld

Kapitel 1: Die Desorientierung nach dem Loslassen

Impuls No. 2

Kein Platz, wo du dich richtig fühlst

Und vielleicht ist das kein Mangel - sondern der Anfang

Manchmal ist es nicht greifbar. Du bist irgendwo, du sprichst mit Menschen, du erfüllst Aufgaben – und doch fühlst du dich fremd. Nicht ausgeschlossen, aber auch nicht ganz dabei. Nicht ungeliebt, aber auch nicht wirklich berührt. Du funktionierst, bewegst dich durch Räume, durch Worte, durch Alltag – aber es gibt keinen Ort, der sich wirklich nach dir anfühlt. Kein Umfeld, kein Gespräch, kein Rhythmus, der dich ruft. Und so wächst in dir das Gefühl: Ich bin nicht mehr gemeint. Vielleicht nicht mehr richtig. Vielleicht nirgendwo mehr zugehörig.

Und das schmerzt. Denn etwas in dir will andocken, gesehen werden, landen dürfen. Du suchst nicht nach Aufmerksamkeit – du sehnst dich nach Resonanz. Danach, dass jemand sagt: „Ja, genau so.“ Und wenn das nicht kommt, wird es leise in dir. Nicht still – sondern taub. Vielleicht beginnst du zu glauben, dass mit dir etwas nicht stimmt. Dass du zu sensibel bist. Zu fordernd. Zu anders. Aber was, wenn genau das ein Übergang ist? Kein Mangel, sondern ein Zeichen, dass dein altes Umfeld, deine alten Verbindungen, sogar deine alten Rollen sich leise verabschieden – weil sie dich nicht mehr halten können.

Und vielleicht beginnt gerade hier ein neues Sehen: Dass du nirgendwo falsch bist, sondern einfach noch nicht angekommen. Dass dein Inneres sich nicht anpasst, weil es zu wahr geworden ist. Vielleicht ist da gerade kein Ort – weil du selbst gerade Raum wirst. Kein Zuhause im Außen – weil du gerade zurückgerufen wirst zu dir. Nicht als Rückzug, sondern als Neuausrichtung. Damit du spürst, wo du wirklich gemeint bist.

Erlaube ich mir, mich fehl am Platz zu fühlen – ohne mich dafür falsch zu machen?

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