Richtig sein. Immer.
Impuls No. 9
Scham durch Selbstbild
Nicht das Gefühl schmerzt - sondern deine Vorstellung von dir.
Manchmal ist es nicht das Gefühl selbst, das weh tut – sondern der Gedanke darüber. Der Moment, in dem du denkst: „So darf ich nicht sein.“ Nicht, weil du wirklich etwas falsch gemacht hast, sondern weil etwas nicht in dein Bild von dir passt. Was du fühlst, widerspricht dem, was du von dir erwartest. Und genau hier entsteht Scham – nicht aus einem objektiven Fehler, sondern aus dem inneren Abgleich mit einem Ideal. Scham ist nicht einfach da. Sie wird erzeugt, wenn du dich mit dem misst, was du glaubst, sein zu müssen. Und so ziehst du dich zurück – nicht, weil du falsch bist, sondern weil du nicht in dein eigenes Bild passt.
Dein Selbstbild entscheidet, wie viel Raum du dir gibst. Und oft ist dieses Bild nicht groß genug, um dich ganz zu halten. Es erlaubt dir, verständnisvoll zu sein – aber nicht wütend. Es erlaubt dir, stark zu sein – aber nicht hilflos. Es erlaubt dir, klar zu sein – aber nicht widersprüchlich. Und so entsteht Scham nicht, weil du gegen eine äußere Regel verstößt – sondern gegen deine eigene, stille Erwartung. Was du nicht sein willst, darf nicht da sein. Und wenn es doch auftaucht, spürst du es doppelt: im Gefühl selbst – und im Urteil darüber.
Vielleicht ist Scham kein Zeichen, dass du dich verändern musst – sondern dass dein Selbstbild zu eng geworden ist. Vielleicht darfst du größer werden als deine Vorstellung von dir. Offener. Weiter. Widersprüchlicher. Wahrer. Vielleicht bist du nicht dann richtig, wenn du alles richtig machst – sondern wenn du nichts mehr ausschließen musst, um dich selbst aushalten zu können.
Erlaube ich mir, absolut richtig zu sein – auch wenn es nicht meinem Bild von mir entspricht?
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