Nicht mehr für andere – sondern für mich
Impuls No. 21
Ich brauch nicht mehr, gebraucht zu werden
Wert jenseits von Funktion.
Ich war lange jemand, der wichtig war, weil er nützlich war. Weil ich verfügbar war, mitgedacht, gehalten, getan habe. Ich habe meine Daseinsberechtigung aus dem gezogen, was ich gegeben habe. Und oft war genau das mein inneres Fundament: Wenn ich funktioniere, wenn ich helfe, wenn ich gebraucht werde – dann bin ich richtig. Doch irgendwann spürte ich: Das ist kein Wert, das ist eine Rolle. Und Rollen tragen nur so lange, bis du dich selbst darin nicht mehr wiedererkennst.
Ich habe mich nach Anerkennung gesehnt – und sie bekommen, solange ich verfügbar war. Ich wurde geschätzt für meine Stärke, meine Geduld, mein Verstehen. Doch kaum stand ich für mich ein, wurde es still. Und ich merkte: Nicht alle lieben mich – manche lieben meine Funktion. Und genau das darf sich jetzt lösen.
Ich bin nicht hier, um mir Anerkennung zu verdienen. Ich bin nicht hier, um dich zu retten, zu begleiten oder zu erleichtern. Ich darf einfach sein – ohne Aufgabe. Ohne Nutzen. Ohne Rechtfertigung. Und vielleicht liegt genau dort mein wahrer Wert: im Sein, nicht im Tun.
Ich darf mich lösen von dem Gedanken, dass ich etwas tun muss, um wertvoll zu sein. Ich darf leer bleiben, wenn ich nichts geben will. Ich darf abwesend sein, wenn ich mich nicht aufteilen kann. Und ich darf ganz bei mir sein – auch wenn das bedeutet, dass ich für manche weniger „brauchbar“ bin.
Ich brauch nicht mehr gebraucht zu werden. Ich bin nicht hier, um Erwartungen zu erfüllen. Ich bin hier, um echt zu sein. Und das reicht.
Erlaube ich mir, wertvoll zu sein – auch wenn ich nichts gebe, nichts leiste und niemandem nütze?
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