Richtig sein. Immer.
Impuls No. 26
Richtig sein erzeugen
Wie die Angst vor Fehlern dich formt.
Wir alle wollen richtig sein. Es zieht sich wie ein leiser Faden durch unser Leben: Wir wollen die richtigen Entscheidungen treffen, die richtigen Worte finden, die richtigen Gefühle zeigen. Wir wollen richtig reagieren, richtig handeln, richtig fühlen – weil wir glauben, das „Richtige“ schützt uns vor Schmerz, Ablehnung, Kritik. Und so entsteht die Angst vor Fehlern. Wir denken, wir könnten etwas falsch machen, etwas vermasseln, etwas verlieren. Doch was, wenn das gar nicht stimmt? Was, wenn „Fehler machen“ nur existiert, solange wir an Richtigsein glauben?
Die Angst vor Fehlern ist wie ein unsichtbarer Begleiter, der uns treibt: Sei vorsichtig. Sei angepasst. Sei nett, klug, leise, stark. Sie sagt uns, was wir zeigen dürfen und was nicht. Sie zieht eine Grenze zwischen dem, was „erlaubt“ ist, und dem, was nicht sein darf. Und so passen wir uns an – und verlieren den Kontakt zu dem, was in uns lebendig ist. Wir halten zurück, was durch uns in die Welt will, weil wir glauben, es könnte falsch sein. Wir prüfen jedes Wort, jedes Gefühl, jeden Impuls: Ist das richtig? Ist das erlaubt? Doch genau diese Angst, etwas falsch zu machen, hält uns klein. Sie ist der Wächter des Richtigseins – nicht der Wahrheit.
Was, wenn es gar keine Fehler gibt? Wenn „Fehler“ nur in der Welt des Richtigseins existieren – einer Welt, die uns kontrollierbar hält, aber nicht frei? Vielleicht ist „Fehler“ einfach ein Etikett, das wir benutzen, um uns selbst zurückzuhalten. Vielleicht ist jeder Moment, der uns lebendig macht, genau so richtig – auch wenn er sich chaotisch, roh, unkontrolliert anfühlt. Vielleicht ist es nicht deine Aufgabe, alles richtig zu machen – sondern einfach ganz da zu sein.
Vielleicht ist genau das die tiefste Einladung: zu erkennen, dass es nichts zu reparieren gibt. Dass du gar nicht falsch sein kannst – weil du nicht für ein perfektes Leben hier bist, sondern für ein echtes. Vielleicht fällt mit dieser Erlaubnis auch die Angst, etwas falsch zu machen – weil da, wo du aufhörst, richtig sein zu wollen, gar kein Falschsein mehr existiert.
Erlaube ich mir, alles in mir zu zeigen und vollkommen richtig damit zu sein – weil ich nicht falsch sein kann?
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