Das leise Feld
Kapitel 4: Die Sinnlosigkeit nach der Befreiung
Impuls No. 23
Der Hunger nach Bedeutung
Deine Sehnsucht ist nicht falsch - nur der Kompass in eine tiefere Ebene
Manchmal bleibt nur ein leeres Feld. Kein Ruf, kein Ziel, keine Richtung. Und doch ist da etwas in dir, das nach Sinn greift. Kein Denken – ein Sehnen. Etwas in dir möchte Teil sein, eingebunden, verbunden, wirksam. Dieser Hunger hat dich immer begleitet. Er hat dich getragen, getrieben, gelenkt. Du hast dich daran orientiert, ihm gefolgt, ihn verteidigt. Und irgendwann erschöpft er sich – nicht weil er verschwindet, sondern weil er tiefer will.
Die Sehnsucht nach Bedeutung ist kein Irrtum. Sie ist eine Kraft, die dich ausrichtet. Nicht auf eine Aufgabe, sondern auf Übereinstimmung. Sie will nicht erfüllt werden, sie will sich zeigen. In dir. In dem, was durch dich Form annimmt, wenn du anwesend wirst. Sie fragt nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wie: Wie bist du da? Wie stimmst du? Wie stimmst du dich ein auf das, was empfangen werden will? Bedeutung entsteht nicht, wenn du etwas tust – sondern wenn du berührbar wirst. Durchlässig. Echt.
Du musst dich nicht erklären. Du musst nichts leisten, nichts beweisen. Was in dir wahr wird, hat Wirkung. Deine Stimme. Dein Blick. Deine Art zu gehen, zu halten, zu lauschen. Wenn du mit dir übereinstimmst, wirkt es. Du bringst etwas in Bewegung, das nicht gemessen werden kann – aber gespürt wird. Vielleicht ist genau das die neue Art von Sinn: Dass du nicht etwas tust, das zählt, sondern zählst, weil du da bist. Nicht am Ende, sondern als Anfang. Als Ursprung. Als Quelle für das, was du nicht machst, sondern zulässt. Du bist nicht verloren in dieser Sehnsucht. Du wirst durch sie erinnert. An das, was sich zeigen will, wenn du nichts mehr suchst – sondern beginnst zu leuchten.
Erlaube ich mir, Bedeutung nicht zu suchen – sondern zu verkörpern?
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