Ankommen im Nichts
Impuls No. 18
Wenn nichts dich mehr zieht
Ein Raum ohne Auftrag – und das Bekenntnis zum Richtigsein
Vielleicht ist gerade kein Ziel in Sicht. Kein Wunsch, keine Idee, kein Impuls, der dich lockt. Du spürst: Es zieht dich nichts. Und dieser Zustand fühlt sich ungewohnt an. Früher war da immer etwas: ein Projekt, eine Hoffnung, ein Ruf. Jetzt ist da nur Leere. Kein „Dafür“. Kein Drang. Und das kann sich anfühlen wie Stillstand – oder wie Versagen. Doch vielleicht ist es etwas ganz anderes: ein Raum, der dich nicht fordert – weil du nichts beweisen musst.
Was, wenn alles, was du bisher getan hast, dem guten Gefühl diente, richtig zu sein? Gesehen zu werden. Zugehörig zu sein. Und was, wenn du gerade jetzt – ohne Aufgabe, ohne Ziel – erkennst: Du warst es schon immer. Du musst nichts mehr tun, um dir deinen Platz zu sichern. Kein Tun, kein Streben, kein Beitrag macht dich wertvoller als du jetzt schon bist. Dieses Richtigsein ist kein Lohn – es ist ein Leuchtturm. Es zeigt dir nicht, was du tun sollst. Es zeigt dir, dass du nicht mehr auf der Suche bist.
In diesem Raum ohne Richtung zeigt sich etwas Neues: Deine Handlungen beginnen nicht mehr im Mangel, sondern im Sein. Du brauchst keinen Anlass mehr, um dich zu spüren. Keine Bestätigung, um dich zu halten. Du gehst weiter, wenn es stimmt – nicht, weil du dich unterwegs beweisen willst. Und vielleicht beginnt genau da dein wahrer Weg: still, unspektakulär, klar.
Vielleicht ist dieses Ziehen, das fehlt, gar kein Fehlen. Sondern ein Geschenk. Der Moment, in dem du nicht mehr angetrieben bist – sondern ankommst. Nicht am Ziel. Sondern bei dir.
Erlaube ich mir, in meinem Jetzt absolut richtig zu sein – auch ohne Ziel, ohne Zug, ohne Aufgabe?
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