Ankommen im Nichts
Impuls No. 15
Das große Nichtwissen halten
Die Weite, in der neues Wissen entsteht.
Es gibt eine Art von Nichtwissen, die dich nicht schwächt – sondern weich macht. Es ist nicht das Verlorensein, das wir fürchten, sondern das bewusste Aufhören mit dem Erklären, Beweisen, Planen. Vielleicht weißt du gerade nichts – nicht, wohin du gehörst, nicht, was du willst, nicht, was der nächste Schritt ist. Und alles in dir sucht nach einem Konzept, einer Antwort, einem Haltegriff. Doch genau hier beginnt eine andere Form von Sicherheit: nicht über Klarheit, sondern über Vertrauen.
Denn das, was du nicht weißt, ist oft das, was der Verstand wissen will. Aber in dir gibt es ein tieferes Spüren. Ein inneres Wissen, das nicht in Sätzen spricht, sondern in Stimmigkeit. Vielleicht kannst du es noch nicht formulieren, noch nicht erklären – aber du fühlst, dass es da ist. In deiner Ruhe. In deiner Weichheit. In deinem Nicht-Handeln. Dieses Nichtwissen ist kein Mangel. Es ist eine Form von Präsenz, die nicht mehr alles benennen muss, um da zu sein.
Wir sind geprägt, auf Wissen zu bauen. Auf Ziele, Entscheidungen, Strategien. Und plötzlich sind da keine Antworten mehr – nur ein weites Feld aus Unsicherheit. Aber vielleicht ist genau das die Brücke, über die du ins Neue gehst. Nicht weil du alles verstehst. Sondern weil du es endlich nicht mehr musst. Und dich trotzdem spürst.
Vielleicht beginnt genau hier etwas Neues: Nicht, weil du etwas erkannt hast – sondern weil du aufgehört hast, dich an Erkenntnis zu klammern. Und vielleicht trägst du dieses große Nichtwissen nicht, um es zu lösen – sondern um darin zu wachsen.
Erlaube ich mir, dem Wissen nicht mehr die Bedeutung zu geben, die es einmal hatte?
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