Das leise Feld

Kapitel 2: Der körperliche und emotionale Entzug von Tun, Streben und Reagieren

Impuls No. 13

Wenn nichts mehr logisch ist

Und du beginnst, das zu fühlen, was sich nicht erklären lässt.

Du versuchst, dir einen Reim darauf zu machen. Warum du dich so fühlst. Warum nichts mehr greift. Warum Gedanken nicht mehr weiterführen und Lösungen keine Wirkung zeigen. Du versuchst, es zu erklären – mit deiner Geschichte, mit innerer Arbeit, mit klugen Worten. Aber je mehr du versuchst, Ordnung hineinzubringen, desto diffuser wird es. Die Logik, die dir bisher Struktur gegeben hat, funktioniert nicht mehr. Und das ist nicht verwirrend, weil du irrational wirst – sondern weil du dich in einem Raum bewegst, den der Verstand nicht fassen kann. Da ist plötzlich ein Fühlen, das nicht argumentiert. Eine Wahrheit, die nicht laut wird. Eine Bewegung in dir, die du nicht benennen kannst – aber die dennoch echt ist.

Vielleicht beginnt dort etwas, das sich nicht messen lässt. Kein Zustand, den man erreicht – sondern eine andere Qualität von Wahrnehmen. Du fühlst Dinge, bevor du sie verstehst. Du nimmst wahr, was sich nicht begründen lässt. Und obwohl du keinen Beweis hast, spürst du: Das hier stimmt. Und genau das macht es so still. Du kannst es nicht erklären. Du kannst es nicht verteidigen. Du kannst es nicht teilen, ohne dass es sich verflüchtigt. Und vielleicht muss es auch niemand verstehen. Vielleicht ist das, was sich in dir bewegt, nicht für Worte gedacht – sondern für Erfahrung.

Vielleicht bist du nicht verwirrt – sondern wach für eine tiefere Ordnung. Eine, die nicht über Gedanken kommt, sondern über Resonanz. Und vielleicht musst du das nicht sofort in Sprache bringen – sondern einfach zulassen, dass etwas in dir berührt wird, das keine Erklärung braucht. Nur Raum.

Erlaube ich mir, der Wahrheit in mir zu vertrauen – auch wenn ich sie nicht erklären kann?

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