Richtig sein. Immer.

Impuls No. 8

Selbstverleugnung aus Rücksicht

Warum du dich klein machst, um richtig zu wirken.

Rücksicht klingt wie ein Wert. Und oft ist das auch so. Aber manchmal wird Rücksicht zur Methode, sich selbst zu vermeiden. Dann passt du dich nicht an, weil du wirklich willst – sondern weil du vermeiden willst, dass andere sich stören, wundern oder distanzieren. Du nimmst dich zurück, bevor es jemand anderes tun könnte. Sagst weniger, fühlst weniger, zeigst weniger – nicht aus Demut, sondern aus feiner Angst. Dass du nicht genug oder zu viel bist. Dass deine Wahrheit nicht gut ankommt. Dass du mit deinem echten Empfinden das Gleichgewicht störst.

Und so wirst du kleiner, als du bist. Nicht auffällig, sondern beständig. Du richtest dich ein in einem inneren Kompromiss: lieber übereinstimmig wirken als aufrichtig sein. Doch in dieser Form von Rücksicht gehst du verloren. Nicht auf einen Schlag – sondern über Zeit. Und irgendwann fühlst du dich fremd in deinem eigenen Erleben. Nicht, weil du etwas falsch machst, sondern weil du nicht mehr auftauchst. Die Harmonie bleibt – aber du bist nicht mehr Teil davon. Du hältst sie aufrecht, indem du dich selbst zurückhältst. Und das fühlt sich irgendwann leer an.

Vielleicht beginnt echte Rücksicht genau dort, wo du dich nicht mehr verleugnest. Wo du dich nicht kleiner machst, damit andere nicht auf dich reagieren müssen. Vielleicht stiftest du gerade dann echten Frieden, wenn du ehrlich bleibst – auch auf die Gefahr hin, dass es einen Moment lang reibt. Denn dein Richtigsein besteht nicht darin, niemanden zu stören. Es besteht darin, dich nicht zu verlassen, nur um gut ins Bild zu passen. Und vielleicht bringt genau das die Harmonie, die nicht erkauft, sondern echt ist.

Erlaube ich mir, absolut richtig zu sein – auch wenn ich nicht übereinstimme?

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