Ankommen im Nichts

Impuls No. 5

Der Übergang, ohne Ziel

Wandlung im Unbestimmten

Es gibt eine Zeit, in der du spürst: Das Alte trägt dich nicht mehr. Aber das Neue ist noch nicht da. Du stehst irgendwo dazwischen – und nichts ist klar. Kein Zurück, aber auch kein Weiter. Nur ein Dazwischen, das sich anfühlt wie Stillstand, wie Verlust von Richtung, wie ein Halt, den du dir nicht ausgesucht hast. Vielleicht fragst du dich: Ist das eine Blockade? Habe ich versagt? Oder ist genau das der Übergang, den ich nicht planen kann?

Wir sind darauf trainiert, Übergänge zu gestalten. Uns neue Ziele zu setzen. Etwas „aus dem Alten zu machen“. Aber manche Wandlungen brauchen keine Strategie. Sie brauchen Raum. Sie brauchen dein Nichtwissen. Denn dieser Übergang ist nicht etwas, das du führst. Er ist etwas, das dich führt. Und oft geschieht genau dann das Wesentliche – wenn du aufhörst, ihn machen zu wollen. Wenn du einfach da bleibst, während das Neue unter der Oberfläche reift.

Es kann schmerzhaft sein, in dieser Zwischenzeit. Weil du nichts „vorzeigen“ kannst. Weil du niemandem erklären kannst, wo du gerade bist. Und weil du selbst vielleicht keine Sprache hast für das, was da in dir umgebaut wird. Aber genau hier entsteht deine nächste innere Realität. Nicht auf Abruf. Nicht nach Wunsch. Sondern in der Tiefe. In der Geduld. Und in der Bereitschaft, nicht zu fliehen, wenn es keinen festen Boden unter den Füßen gibt.

Vielleicht ist dieser Übergang dein wahrster Raum. Weil du nicht lenkst – sondern vertraust. Weil du nicht funktionierst – sondern da bist. Und weil du aufhörst, dich aus der Zukunft zu definieren. Sondern beginnst, dich in der Bewegungslosigkeit neu zu erkennen. Nicht durch Zielorientierung. Sondern durch Präsenz.

Erlaube ich mir, mitten im Übergang zu sein – auch wenn ich nicht weiß, wohin er führt?

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