Vom Beenden des Suchens

Impuls No. 4

Schattenseiten des Wünschens

Was passiert, wenn wir uns verlieren im "Mehr".

Wünschen ist menschlich.
Es ist Ausdruck von Lebendigkeit, von Schöpferkraft, von innerer Bewegung.
Doch irgendwo auf dem Weg hat sich etwas verschoben.
Aus dem stillen Spüren eines inneren Rufes wurde oft ein Drang – nach mehr, nach weiter, nach anders.

Das Wünschen ist heute selten still. Es ist laut geworden, fordernd, unruhig.
Ein ständiges inneres Ziehen: nach dem besseren Gefühl, der tieferen Verbindung, der schöneren Version des eigenen Lebens.

Und mit jedem Wunsch, der nicht erfüllt wird, wächst etwas in uns: das Gefühl, dass etwas fehlt.
Dass das Jetzt nicht genügt. Dass wir noch nicht richtig leben.

Doch in Wahrheit erschaffen wir mit jedem übersteigerten Wunsch ein neues Defizit – und mit jeder Erwartung einen neuen Mangel.
Wir verlieren uns nicht im Mangel der Welt.
Wir verlieren uns im Vergleichen, im Projizieren, im permanenten Innen-vom-Außen-abhängig-Machen.

Was aber, wenn wir lernen, wieder leise zu wünschen?
Was, wenn ein Wunsch einfach nur eine Richtung ist – kein Beweis dafür, dass das Jetzt nicht genug ist?

Vielleicht dürfen wir wieder spüren, dass Fülle nicht entsteht, wenn alle Wünsche erfüllt sind –
sondern wenn wir aufhören, uns vom Fehlen bestimmen zu lassen.

Wo in meinem Leben wünsche ich aus Mangel – und wo aus wahrer Sehnsucht?

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