Richtig sein. Immer.
Impuls No. 3
Leere aushalten
Wenn nichts passiert - und du dich trotzdem spüren willst.
Es gibt Zeiten, in denen nichts antreibt. Kein Impuls, keine Idee, kein Drang nach Veränderung. Nur Leere. Kein Mangel, aber auch keine Fülle. Einfach nichts. Und genau dieses Nichts macht unruhig. Denn wenn nichts geschieht, entsteht eine Stille, in der man sich selbst nicht mehr spürt. Kein Wirken, keine Reaktion, keine Resonanz. Die Welt bewegt sich weiter – aber in dir ist es still. Und plötzlich wird aus dem leeren Raum eine leise Bedrohung: Was, wenn ich gerade nicht gesehen werde? Nicht wirksam bin? Nicht spürbar? Was, wenn ich mich in dieser Stille verliere?
Und so beginnt die Suche. Nicht nach Sinn – sondern nach einem Beweis, dass du noch richtig bist. Du denkst, du musst etwas fühlen, etwas planen, etwas verändern, um wieder in Beziehung zu kommen. Vielleicht ist diese Bewegung aber genau das, was dich immer wieder aus deinem Richtig sein herausführt. Vielleicht ist die Leere kein Fehler – sondern das, was bleibt, wenn alle Strategien still werden. Vielleicht ist sie der Moment, in dem du erkennen darfst, dass du nicht weg bist, nur weil gerade nichts geschieht. Dass du auch ohne Wirkung da bist. Dass du nicht verloren gehst, nur weil kein Gefühl dich festhält.
Diese Leere ist kein Abbruch – sie ist ein Übergang. Und wer sie nicht gleich füllt, entdeckt darin etwas ganz Neues: Ruhe, die nicht abhängig ist. Präsenz, die nicht an Handlung gebunden ist. Eine Tiefe, die nichts will, aber alles hält. Vielleicht ist das der Punkt, an dem du spürst, dass du nicht mehr beweisen musst, dass du richtig bist – auch wenn gerade nichts in Bewegung ist. Dass du nicht gehst, nicht fliehst, nicht suchst – sondern bleibst. Genau da, wo gerade nichts passiert. Und genau damit: vollkommen richtig bist.
Erlaube ich mir, auch im Nichtstun und Nichtsfühlen absolut richtig zu sein?
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